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Hinweise zur Einführung der Viertelstundenuhr
Die Viertelstundenuhr ist so gestaltet, dass sich der Anwender den Umgang mit dem
Hilfsmittel entsprechend seiner eigenen Fähigkeit und Lerngeschwindigkeit aneignen kann.
Daher ist es wichtig, dass die ersten Kontakte des Anwenders mit der Viertelstundenuhr
nicht durch eine Vielzahl von Erklärungen und Anweisungen überladen werden. Die Rolle
des Betreuers besteht in erster Linie darin, das Hilfsmittel einzuführen und später nur nach
Bedarf oder auf Anfrage unterstützend einzugreifen. Beispielsweise dann, wenn der
Anwender Bildkarten für neue Ereignisse benötigt, bei Batteriewechsel oder Wechsel
zwischen Sommer- und Winterzeit usw.
Zur Einführung ist es im Allgemeinen sinnvoll die Viertelstundenuhr nur anhand ihres
Signaltons als akustische Erinnerungshilfe für das Erreichen des Zeitpunkts eines gewählten
Ereignisses zu nutzen. Diese Funktion ist konkret und leicht zu erklären.
Erfahrungen haben gezeigt, dass die meisten Anwender, die sich an eine regelmäßige
Anwendung der Viertelstundenuhr gewöhnt haben, auf diese Weise bemerkt haben, dass die
Zeile mit den Punkten variiert, und von selbst darüber nachgedacht haben, was dies
bedeutet. Damit beginnt für den Anwender ein Lernprozess, der nach unterschiedlich langer
Zeit – von Tagen und Wochen bis hin zum Monaten – meist dazu führt, dass er sich
selbstständig beibringt, wie die von der Viertelstundenuhr gelieferten Informationen über
Zeitintervalle und verbleibende Zeit genutzt werden können. Ein solcher Lernprozess
bedeutet eine tiefgreifende Entwicklung des persönlichen Verständnisses von Zeit, die nicht
einfach durch externe Anweisungen und Erklärungen erreicht werden kann.
Erstanwender der Viertelstundenuhr sind im Allgemeinen daran gewöhnt, dass Betreuer oder
Angehörige sie über zeitabhängige Ereignisse informieren. „Jetzt ist es Zeit, zum Bus zu
gehen!“, „Jetzt beginnt das Spiel im Fernsehen!“ usw. Die Viertelstundenuhr kann daher –
selbst wenn sie zunächst nur als Erinnerungshilfe genutzt wird – bereits einen großen
Gewinn an Sicherheit und Selbstständigkeit für den Anwender darstellen. Damit dies erreicht
wird, muss der Anwender jedoch von Anfang an die Erfahrung machen, dass er selbst die
Kontrolle über die Viertelstundenuhr und deren Anwendung hat.
Es ist somit sehr wichtig, dass bei der Einführung diese Grundidee berücksichtigt wird. Für
die ersten einzuhaltenden Zeitenpunkte sollten solche Zeitpunkte gewählt werden, an deren
Einhaltung der Anwender mit Sicherheit interessiert ist. Ebenso wichtig ist es, dass der
Anwender die Viertelstundenuhr durch Auswählen der Bilder und Einlegen der Bildkarte
selbst in Betrieb nimmt.
Auf diese Weise wird die Grundlage dafür gelegt, dass der Anwender Engagement bei der
Anwendung und ein Interesse daran entwickelt, die Möglichkeiten der Viertelstundenuhr in
zunehmendem Umfang nutzen zu können.
Beachten Sie, dass Lernprobleme bei Personen mit Entwicklungsstörungen in erster Linie in
Situationen auftreten, in denen es auf die richtige Formulierung sprachlicher Anweisungen
ankommt. Das Lernen in Form eigener, direkter Erfahrungen macht im Allgemeinen sehr viel
weniger Probleme.
Es besteht immer die Gefahr, dass mündliche Anweisungen missverstanden werden und
sich dadurch die Anlernzeit unnötig verlängert.
Ein Beispiel hierfür ist die Anwendung der Wörter „Viertelstunde“ und „Viertelstunden“ als
Bezeichnung für die Punkte auf dem Display. Für den Erstanwender stellt das Display ganz
einfach eine Zeile mit Kreisen und Punkten dar, in denen er keine Symbole für einen
abstrakten Zeitbegriff erkennt. Erst die tägliche Erfahrung, dass die „Punkte“ in